Gebäudetechnik und BOB.i

Ein Bürogebäude verfügt über mindestens 500 unterschiedliche Funktionen. Bei BOB handelt es sich um ein vollständig vernetztes, digitales System mit einer eigenen Software BOB.i. BOB.i ist die Klammer für die diversen technischen Systeme: Kühltechnik, Heiztechnik, Lüftungstechnik, Sanitärtechnik, Beleuchtungstechnik, Energieerzeugung, Alarmanlage, Brandmeldeanlage und viele weitere Systeme haben herstellerspezifische Software, die zunächst einmal nicht miteinander kommunizieren können, da sie unterschiedliche Sprachen sprechen.

Die Tatsache, dass bei BOB nach dem Einschalten der Alarmanlage das Licht ausgeht, was eine sehr sinnvolle Funktion ist, wird daher erst durch BOB.i möglich. BOB.i ist die Brücke, englisch Gateway, und kommuniziert mit allen technischen Systemen.

Diese perfekte technische Integration sämtlicher Funktionen, ermöglicht es uns, für Sie neue Funktionen zu entwickeln. Freuen Sie sich daher darauf, dass Ihr BOB nicht älter, sondern im Laufe der Zeit eher jünger wird.

 

Grundprinzip der BOB-Gebäudetechnik

BOB wird über Geothermie mit Wärme und Kälte versorgt. Über Erdsonden- oder Brunnensysteme wird im Winter dem Erdreich Wärme entzogen, um diese Wärme im Sommer dem Erdreich wieder zuzufügen. Durch die Ausgewogenheit der Wärme- und Kältebilanz des BOBs ist die Energiebilanz auch im Erdreich ausgeglichen. Im Winter werden die Erdreichtemperaturen durch eine Wärmepumpe auf das im Gebäude notwendige Temperaturniveau angehoben. Da BOB über eine Betonkernaktivierung geheizt und gekühlt wird, kommt BOB mit 26-28 °C Warmwassertemperatur (das sind Temperaturen mit denen Sie nicht duschen möchten) auch bei Minusgraden in der Außenluft aus. Dieser geringe Temperaturhub sorgt über spezielle Niederhubwärmepumpen für einen extrem kleinen Energiebedarf und für eine sehr hohe Behaglichkeit im Raum, da der Nutzer diese Wärme kaum wahrnimmt.

Im Kühlfall wird das kühle Wasser aus dem Erdreich direkt in den Betonkern geleitet, so dass die Kühlung ohne weitere Energiezufuhr funktioniert. Die Kühlkosten betragen daher nur winzige 1,2 Cent/m²Monat. Dementsprechend ist auch der ökologische Fußabdruck für die Kühlung nahe Null. Das ist gut so, da der Kühlenergiebedarf in Zukunft durch den Klimawandel noch weiter steigen wird. Klassische Klimaanlagen, die den 10-fachen Energiebedarf eines BOB haben, forcieren also den Klimawandel, so dass dies ein sich selbst beschleunigender Prozess ist.

Jeder BOB verfügt über eine Lüftungsanlage, die aber nur die Funktion der Frischluftzufuhr hat. Ein sorptiver Rekuperationswärmetauscher mit Wärme- und Feuchtrückgewinnung sorgt dafür, dass die Abluft Temperatur und Feuchte an die Zuluft abgibt, was wieder Energie in der Größenordnung von 80% spart.

DIe Beleuchtung wird bei BOB über LED-Leuchten realisiert. Die energieeffizienten LED-Leuchten sind tageslichtabhängig gedimmt, so dass immer nur das Licht angeboten wird, das auch benötigt wird. Durch einen hohen Tageslichtquotienten von Fenster und lichtlenkender Jalousie sorgt BOB für ein hohes Tageslichtangebot. Der Tageslichtquotient wird vor allem durch einen kleinen Fenstersturz erreicht. Prinzipiell gilt die Faustregel, dass der Anteil an Himmel, den man aus dem Fenster sieht für den Tageslichtquotient wirksam ist. Daher erhöht eine bodentiefe Verglasung den Tageslichtquotienten nicht, sondern wird eher aus optischen Gründen realisiert.

Sämtliche technische Komponenten sind bei BOB über eine Gebäudeleittechnik miteinander verbunden. Dabei nutzen wir ein handelsübliches und offenes Kommunikationsprotokoll, um keine Abhängigkeit von Lieferanten oder Dienstleistern zu erzeugen. Die Gebäudeleittechnik wird über ein Gateway geführt, das als Verbindungsknoten zu den diversen Kommunikationsprotokollen der unterschiedlichen Systemkomponenten dient. Auf diese Weise ist eine echte Integration sämtlicher Funktionen mit der Entwicklung auch neuer Funktionen möglich. Eine Cloud-Anbindung sorgt dafür, dass dort angebotene Services wie Spracherkennung, Gestenerkennung, Blindennavigation etc. im BOB verfügbar sind. Die Software, die für die Systemintegartion sorgt und die dem Nutzer als Bedienoberfläche dient, nennen wir BOB.i.

BOB verfügt über ein elektronisches und somit programmierbares Schließsystem. Auf einem zentralen BOB-Server werden die Mandanten mit ihren Nutzern gepflegt, so dass Mieter, die BOBs an mehreren Standorten nutzen, mit demselben Transponder einen definierten Zugang erhalten. Der Zugang kann für jede Tür einzeln und beschränkt für einen Zeitraum vergeben werden, so dass dynamische Zugangsvergaben nicht überwacht werden müssen. Wenn der temporäre Mitarbeiter oder Besucher nur bis zum 10. März um 18:00 Uhr die ZUgangsberechtigung erhalten soll, so wird dies zu Beginn einfach so eingestellt. Verlorene Transponder können sofort gesperrt werden, so dass insgesamt das Zugangsmanagement richtig schlank und effizient wird.

Alternativ zu einem Gründach kann eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach eines BOB elektrische Energie erzeugen. Da ein Bürogebäude genau dann im Betrieb ist, wenn auch die Sonne scheint, kann der Strom zu 100 % im Bürogebäude genutzt werden. Die Einspeisung von elektrischer Energie in das öffentliche Netz ist zwar möglich, ist aber heute nicht mehr gewünscht, da die Stromnetze aufgrund der volatilen Wind- oder Sonnenenergie überlastet sind. Jeder BOB verfügt über elektrische Ladestationen für E-Mobility, so dass auch PKWs und Elektrofahrräder die elektrische Energie der Photovoltaikanlage speichern können.

Künstliche Intelligenz und Wettervorhersagesteuerung

Wenn es morgen sehr warm sein wird, muss heute nicht mehr geheizt werden. Auch diese sinnvolle Funktion für Kühlung oder Heizung des BOB wird mittels BOB.i realisiert. BOB.i besorgt sich Wetterprognosen für den jeweiligen Standort aus dem Internet und entscheidet dann vorausschauend, was zu tun und was zu lassen ist. So spart BOB für Sie sehr viel Energiekosten und berücksichtigt natürliche Energiequellen wie die Solarstrahlung.

Wenn BOB.i feststellt, dass es im Büro zu warm ist, dann prüft die Software, ob es sich lohnt, die Fenster zu öffnen und mit kühler Außenluft zu kühlen. Ist dies der Fall, wird die Kühlung erst gar nicht aktiviert. Die Erfahrung zeigt, dass die Nutzer automatisch das Fenster öffnen, wie sie es auch zu Hause tun würden. Eine komplizierte Erläuterung oder Einweisung in diese Selbstregelung ist nicht notwendig.

BOB.i sammelt alle gemessenen Daten und wertet diese aus. Treten Fehler auf, erkennt BOB.i die Ursachen schnell und behebt diese. Da es viele BOBs gibt, die Daten sammeln, lernen sie voneinander. In Zukunft sorgt die künstliche Intelligenz für einen steig steigenden Grad an sinnvoller Automatisierung.

BOB.i

Die Bedienung eines BOB muss einfach und intuitiv sein. Der Film zeigt, welche Vorteile und Informationen BOB.i dem Nutzer eines BOB bietet.