Titel

Problem und Lösung

Wer glaubt, dass das energieeffiziente Bauen bereits funktionieren würde, der hat noch nicht nachgemessen. Es funktioniert nicht annähernd. Lesen Sie am Ende der Seite eine kleine Sammlung typischer Fehler.

Bevor aber ein weiteres Mal auf die Baubranche eingeschlagen wird, brechen wir zunächst eine Lanze für sie. Bauen erfolgt unter freiem Himmel und als Teamaufgabe mit sehr vielen Beteiligten, die sich vielleicht zum ersten Mal bei dem Bauvorhaben treffen. Alleine die Teamprozesse sind also komplexer als in anderen Branchen. Und es geht jedesmal um sehr viel Geld mit sehr weitreichenden und daher auch teuren Entscheidungen.

Was man der Baubranche aber vorwerfen muss, ist, dass sie nur sehr, sehr langsam lernfähig ist. Man hält an altem fest, als gelte es die Grundrechte der Menschen zu verteidigen. Innovative Verfahren wie die Gebäudesimulation oder innovative Technik wie die Gebäudesystemtechnik werden nur langsam wahrgenommen. Vergleicht man die elektronische Ausstattung eines PKWs für 30.000 € mit dem eines Gebäudes für 4 Mio. € so wird klar, dass die Zukunft noch nicht Einzug ins Bauen genommen hat. Es geht viel viel besser, wie wir gerne zeigen werden.

Lösungsvorschläge finden Sie in den Unterseiten zu den Themen Kosten, Zeit, Qualität und Nachhaltigkeit. Aber jetzt erfahren Sie erst einmal einige Geschichten, die alle wahr sind und deren Probleme alle leicht zu beheben gewesen wären. Aber lesen Sie selbst:

Ein großes Bürogebäude wurde mit Geothermie als Grundlastsystem für Kühlung und Heizung sowie einem Fernwärmeanschluss und einer Kompressionskältemaschine für die Spitzenlast ausgestattet. Die Grundlast sollte über eine Betonkernaktivierung und die Spitzenlast über Fassadenlüftungsgeräte transportiert werden. Das ist ein rundes Konzept, das so oder ähnlich häufig realisiert wird. Erreicht die Geothermie einen jährlichen Deckungsgrad von 80 % (Anteil der LaufzeIt pro Jahr) dann wird richtig Energie gespart. Jetzt kommen wir aber zur Praxis.

Wir haben zwar dafür gesorgt, dass ein Monitoring eingebaut wurde, aus Kostengründen wurden wir aber nicht mit der Auswertung beauftragt. Frei nach dem Motto früher ging das auch ohne. Nach zwei Jahren haben wir dann doch einmal Daten bekommen und was glauben Sie, wie groß der Deckungsgrad für die Geothermie war? Genau 0 oder um exakt zu sein 0,0. Die Geothermie war keine Sekunde im Betrieb. 2 Jahre wurde nur Fernwärme und Kompressionskälte genutzt. Der Energiebedarf hatte sich einmal eben verdoppelt.

Das war aber noch nicht alles. Die Fassadenlüftungsgeräte hatten 90 % der Betriebszeit übernommen. Die Filter waren schwarz und jetzt konnten alle Filter getauscht werden. Der finanzielle Schaden war erheblich.

Die Lösung bestand aus zwei Zeilen, die dem Regelalgorithmus hinzugefügt werden mußten. Wären wir nicht hartnäckig geblieben, würde die Anlage noch heute so laufen. Ach so, fast hätten wir es vergessen. Das Gebäude war natütlich unmittelbar nach Inbetriebnahme mit DGNB Gold der höchsten Auszeichnung für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet worden. Noch Fragen?