Bauteiltemperierung

Die Bauteiltemperierung ist zunächst nur ein Wärme- oder Kälteverteilsystem, aber da sie eine ziemlich elegante Methode darstellt, wollen wir sie hier genauer beleuchten. Folgende Vorteile hat das System:

  • Aufgrund der nachfolgend beschriebenen Wirkungsweise sind nur sehr geringe Über- oder Untertemperaturen zur behaglichen Raumtemperierung ausreichend. Das bedeutet, dass natürliche Wärme- oder Kältequellen unmittelbar, ohne weitere Aufbereitung, genutzt werden können. Dies spart Unmengen an Geld, wenn es richtig gemacht wird.
  • Die geringen Oberflächentemperaturen und Temperaturdifferenzen entsprechen eher den Gegebenheiten in der Natur, an die sich der Mensch gewöhnt hat und sind damit automatisch auch sehr behaglich.

Betonkernaktivierung

Zur Bauteiltemperierung gibt es im wesentlichen folgende technischen Systeme:

  • Fußbodenheizung
  • Kapillarrohrmatten (Wand, Decke)
  • Betonkerntemperierung

Während bei der Fußbodenheizung lediglich der Boden genutzt wird, können mit Kapillarrohrmatten Wände und Decke thermisch aktiviert werden. Bei der Betonkerntemperierung werden Boden und Decke als Austauschmedium genutzt. Daher versteht sich von selbst, dass die Temperaturen bei der Fußbodenheizung größer sein müssen im Vergleich zu Systemen, die eine größere Tauscherfläche nutzen können.

Leider werden die Systeme der Bauteiltemperierung sehr häufig falsch eingesetzt, so dass sie nicht funktionieren. So hat sich das Image ergeben, dass die Systeme nicht funktionieren, was aber nicht stimmt. Leider haben die Planer hier eher versagt und nicht integral gearbeitet. Ohne eine dynamische Gebäudesimulation dürfen die Systeme sowieso nicht konzipiert werden, da nur mit dynamischer Gebäudesimulation das Ganzjahresverhalten zuverlässig überprüft werden kann.

Der Betonkernaktivierung, auch Betonkerntemperierung genannt, widmen wir noch eine eigene Seite, da sie unser Favorit für den Neubau ist. Im Bestand läßt sich die Funktion der Betonkernaktivierung gut durch die Kombination aus Fußbodenheizung und Kapillarrohrmatte an der Decke nachbilden. Der Kostenvorteil von nur einem System geht dabei natürlich verloren.