Lebenszykluskosten für Gebäude

Jedes Gut hat Lebenszykluskosten. Es wird gekauft, hat Folgekosten und hat eine Nutzungsdauer. Die Investition in ein besonders billiges Produkt kann so sehr teuer werden. Wenn die Folgekosten hoch sein sollten und/oder die Lebensdauer gering ist, dann rächt sich billiges Einkaufen.

Was bei der Anschaffung eines Smartphones oder eines Kleidungsstückes noch verschmerzbar ist, ist bei einem Gebäude extrem teuer und kann sogar die Existenz bedrohen. Dummerweise sprechen wir bei Gebäuden aber über Lebensdauern, die sich zunächst unserem menschlichen Wahrnehmungshorizont entziehen. Nur so können wir uns erklären, warum immer diejenigen Anbieter mit den kleinsten Investitionskosten den Auftrag erhalten. Niemand beauftragt den billigsten Rechtsanwalt, niemand sucht ein Auto nur nach dem Preis aus und ausgerechent bei dem Gut-, nämlich dem Gebäude, mit den höchsten Folgekosten trauen wir Billiganbietern. Wie soll das gut gehen? Es geht ja auch nicht gut.

Bei den Lebenszykluskosten werden folgende Kosten mit dynamischen Rechenverfahren bilanziert:

  • Investitionskosten mit Verzinsung und Berachtungszeitraum
  • Lebensdauer
  • Energiekosten
  • Wartungs- und Instandsetzungskosten
  • Energiepreissteigerung
  • Inflationsrate

Bei einem Gebäude werden die Lebenszykluskosten für die maßgeblichen Bauteile berechnet. Fassade, Fenster, Technik, Bodenbelag jedes System wird einzeln betrachtet und nachher als Gesamtsystem verglichen. Die Detaillierungstiefe bestimmt der Auftraggeber. So kann eine Fassade als black box berachtet werden oder eben der gesamte Fassadenaufbau bilanziert werden.

Die Lebenszykluskosten dienen als Vergleichsinstrument, um Systementscheidungen treffen zu können und auch um die Gesamtkosten eines Gebäudes abschätzen zu können. Als Abschluss einer Lebenszykluskostenberechnung wird die Sensitivität zum Beispiel hinsichtlich der Energiekostenpreissteiergung berechnet und visualisiert.